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Archive für 12.8.2009

Fragen der Woche

Habe ich heute schon - zumindest gelächelt?

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Selbstzerstörung

Welch eine Ästhetisierung der Selbstzerstörung! (Video bitte nur ansehen, wenn man sich nicht runterziehenlassen will!!!): http://www.youtube.com/watch?v=halbvpYK0sw&feature=related - zu dem Lied: Näher mein Gott zu dir… (Text: http://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%A4her,_mein_Gott,_zu_Dir) Was ich im Rahmen meines Gangs durch die Geschichte der Christenheit immer wieder so faszinierend finde, ist das Asketentum. Nicht weil ich irgendwelche Ambitionen dazu hätte, dazu bin ich doch zu sehr Genuss- und Bequemmensch auf allen Ebenen - aber der christliche Glaube hat Menschen, die asketisch leben wollten, angezogen und ihnen auch Raum gegeben. Er hat ihnen sozusagen die Freiheit gelassen, ihre Sehnsucht nach Selbstzerstörung, nach Selbstzurücknahme in der Geborgenheit Gottes leben zu können. Freilich hat er - anders als Teile des Hinduismus oder des Manichäismus - Askese auch immer wieder in bestimmte Bahnen gelenkt: Gott will das Leben seiner Kinder - damit sie anderen Leben bringen.

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Hymne

Zur gefährdeten Art sollte die Brandenburger Hymne erklärt werden: Sie hat nichts Nationalsozialistisches, aber einer, der Nazi gewesen sein soll, hat sie geschrieben: http://ingeb.org/Lieder/markisch.html - Und nun soll eine neue Hymne her? http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/steige-hoch-du-brauner-adler/ (gefunden über pi). Das wird dann so wie bei den Spaniern: Sie warten noch heute auf einen Text für ihre Hymne (oder haben sie inzwischen einen?). Ich selbst fände es spannend zu sehen, was für Texte heute als Hymne durchgehen würden. Ich kann es mir fast schon denken - sage aber nichts dazu. Wäre doch wirklich spannend, oder? Nur: Wer darf sie schreiben, wer ist so edel und rein an Gemüt, so sündelos und würdevoll, politisch sauber und gut…, dass er sie schreiben darf, damit sie in alle Ewigkeit gesungen wird? Ich schon mal nicht. Ich bin zu kritisch und konservativ. Apropos: “dass er sie schreiben darf” - das geht schon mal gar nicht: dass sie - oder ein Kind - sie schreiben darf! Wäre wahrscheinlich auch Mainstream-Kompatibel. Ich wage dennoch einen Tipp zu geben: “Mitten in der EU - liegst mein Brandenburg du.” - Oh, oh, klingt arrogant… Besser: “Türkei (im voreilenden Gehorsam) und Spanien sind wir nicht - darum machen wir ein trauriges Gesicht.” Noch besser: Beide Sätze verbinden: “Mitten in der EU / liegst mein Brandenburg, du / Türkei und Spanien sind wir nicht / darum machen wir ein trauriges Gesicht.”  Und nun noch eine traurige Melodie dazu, nichts marschähnliches oder fröhlich Tanzendes - irgendwie im Sinne von… - leider kann ich hier keine Noten schreiben. Also bleibt meine wundervolle Hymne tonlos.

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Freiheit

Lest euch diesen Text einmal von oben bis unten durch: http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/Niedersachsen/14974/Reine+Wurst+fuer+glaeubige+Moslems+.html 

Er ist kein Fundamentalist - aber die Schlachtbänder des Halal-Fleisches sollen nach Mekka ausgerichtet sein? Nun, jeder soll nach seiner Fasson unselig werden - aber spricht noch einer von Tierschutz? Nett: Ein Tonband im Hintergrund spricht das Gebet zu Allah, das den Schlachtvorgang begleiten soll. Ich glaube, dass der Weserkurier es nicht wagen würde, eine solche Satire zu bringen - das ist Wirklichkeit!

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EU

Verstehe ich da was falsch: Der Bock soll zum Gärtner gemacht werden? http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,641250,00.html Die Wiese soll nicht mehr bestimmen dürfen ob sie gefressen werden will oder nicht? Wenn sie nicht mehr gefressen werden will, dann muss sie lebenslang Strafe zahlen, bis sie vertrocknet ist und der Bock wenigstens noch im Winter ein wenig Heu zu knabbern hat? Darum sagen einige Gräslein auf der Wiese: Lieber Bock, komm, friss uns, bevor wir verdorrt sind! - Und das Schlimme ist wohl, dass sie auf Dauer Gehör finden werden. Immer mehr Gräslein brüllen, fiepen, kreischen: Lieber Gärtnerbock, komm schnell, friss uns!

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Christenheit 3

Christen konnten in Europa zunächst nicht viel zur Kultur beitragen, weil Europa durch Völkerwanderungen und den Hunnen in einem sehr desolaten Zustand war. Herrscher kamen und gingen - bzw. wurden gegangen… Alles verarmte, war unsicher, von Krankheit und Tod bedroht: Die Bevölkerung war massiv dezimiert worden durch Seuchen, Kriege, Versklavungen. Das war das große Verdienst des christlichen Glaubens - und da vor allem das Verdienst der Klöster, langsam aber sicher diese verschiedenen europäischen Stämme zu durchdringen, langsam aber sicher ein einheitliches ethisches Level zu schaffen, Bildung zu fördern, disziplin, Gesundheit, Nahrung. Freilich nicht alles aus sich heraus, sondern auf den Schultern der römisch-germanischen Tradition. (Am Rande: Vieles der grausamen Rechtsprechung [so genannte Gottesurteile] waren keine Erfindungen des Christentums, sondern Übernahme germanischer Traditionen.) Und das ist der große Unterschied zur Entwicklung des Islam: Die Durchsetzung des Glaubens vollzog sich kaum gewaltvoll (wie schon Blog vom 27.7. dargestellt), sondern langsam vernetzten sich durch die Klöster die unterschiedlichsten Gebiete. Der christliche Glaube wurde nicht nur von römisch-katholischen Missionaren verbreitet, sondern auch durch von Rom unabhängigen iro-schottischen Mönchen (6./8. Jh.). Auch die politischen Räume, die die Herrscher schufen, trugen dazu bei - aber bei ihrem Zerfall blieben diese vernetzten kirchlichen Strukturen erhalten und konnten trotz politischer Unsicherheiten weiterhin bestehen. Ebenso waren die Fürstentümer häufig kleine Parzellen - und durch die Vernetzung der Klöster bzw. der Kirchen gaben sie dem Ganzen ein einheitlicheres Bild und trugen sehr zur Einheit Europas bei (Fortsetzung folgt. — Zu Klöstern, die für unsere europäische Kultur prägend waren, folgt irgendwann mal ein eigener Beitrag.).

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