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Archive für 2.7.2009

Besuch der Maria

Heute feiern viele Christen den Tag, an dem Maria ihre Verwandte, die Elisabeth, besuchte (Mariä Heimsuchung/Besuch). Im Zusammenhang dieses Besuchs singt Maria das berühmte, lobende und umstürzlerische Magnificat (Lukas 1,46-56): “Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes… Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut die Hochmütigen… Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen… und hilft seinem Diener Israel auf” - Maria, so wie sie in diesem Lied gezeichnet wird, hatte es schon in sich. Weil das Magnificat für viele Christen eine zentrale Bedeutung hat, werden Christen immer ein Stachel im Fleisch der Gesellschaft bleiben, eigensinnig und dickköpfig.

- … und hilft seinem Diener Israel auf bzw. und nimmt sich seines Knechtes Israel an. Es ist schon interessant, dass Menschen das sprechen konnten - und sich gleichzeitig gegen Israel wenden konnten. Sie sprachen damit das Urteil über sich, weil sie um Gottes Willen wussten, ihn sogar nachplapperten, aber nicht danach gehandelt haben. Oder die Speichelleckerei gegenüber Gewalttätern… Gibt es ein offensichtlicheres Beispiel dafür, dass Christen ihrem Glauben nicht gerecht wurden - und sich damit selbst das Urteil sprachen?

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Fragen der Woche

Fragen der Woche kommen eigentlich am Mittwoch. Aber ich habe es verschwitzt… - darum kommen sie heute: 

Wann habe ich mich zum letzten Mal über wirklich wesentliche Dinge nachgedacht?
Ist es wieder an der Zeit über Gott und die Welt - und mein Leben - nachzudenken?

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Jubel

Welch ein Jubel allerorten, freudig schallts im Blätterwald, die Fernsehsender sind am Klatschen und fröhlichem Trampeln - was ist geschehen? Das Bundesverfassungsgericht stärkt aufgrund einer Klage durch Gauweiler und anderen das deutsche Parlament usw. Ich muss das hier nicht darlegen. Doch reibt man sich verwundert die Augen? Sind die jetzigen Jubler nicht auch die Schmähredner von gestern? Als Gauweiler noch recht einsam dastand, da ist man über ihn hergefallen. Und nun - all das Geschmähe und Verleumden: Schnee von Gestern. Ist das Heuchelei, politische Speichelleckerei bis ein Mächtiger (BVG) nicht mit macht, dann kommen die ausgelassenen, ja befreiten Jubelrufe der Lakaien? Aber die Iren werden wohl immer noch geschmäht werden und Vaclav Klaus und manch kritischer Engländer, der nicht begeistert ist, und natürlich der Buhmann der Medien-Nation, Kaczynski… Wenn die auch einen Mächtigen hätten, der für sie Partei ergreifen würde - oh, was wäre das für ein Jubel im deutschen Blätterwald… 

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Multi-Kultur

Ich dachte über ein Stadtfest des letzten Jahres nach - das überwiegend von Eingeborenen veranstaltet worden war. Gibt es unter den Italienern, Spaniern, Türken, Menschen aus Ost und West, aus Asien und Afrika, die in dieser Stadt leben, nicht auch Dichter, Schriftsteller, Maler, Künstlerinnen und Künstler vielfältiger Art, die man fragen kann, ob sie nicht ihre Kunst auch darstellen wollen? Natürlich gibt es solche Multi-Stadtfeste schon - aber dann läuft es unter dem Vorzeichen der Feier von Migrantinnen und Migranten und man kann köstliche und ungewohnte Dinge essen und Folklore genießen, aber sie sind nicht selbstverständlich in das Miteinander des Alltags eingebunden.

Weitergehend fragte ich mich: Wenn vom Dialog geredet wird, warum konzentriert sich dieser Dialog in den Köpfen immer auf das Gespräch der Religionen und nicht zum Beispiel auf das Miteinander der Künstlerinnen und Künstler. Das heißt kurz und knapp: Der Dialog müsste den Religionen soweit es geht entzogen werden und zu einem Dialog des Alltags werden. Freilich sehr plakativ gesagt - aber ich denke, es darf blogmäßig plakativ sein. Stärkt nicht ein solcher Dialog auch die liberalen Kräfte, die soweit ich das beurteilen kann, auch von der Regierung ziemlich allein gelassen werden, indem sich diese auf die religiösen Vertreter konzentriert? Freilich weiß ich auch, dass für den Islam und seine Funktionäre alles Religion ist. Aber ist für Muslime auch alles Religion? Muss man von einem Euroislam träumen und Muslime den Funktionären in die Arme treiben - statt von einem Miteinander zu träumen - trotz der unterschiedlichen Religionen?

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Brave man

“Piotr never showed any sign of nervousness or fear. He would finish the food we gave him and sleep well. We all admired his courage. It was not an easy decision even for our commander to kill Piotr,” Abdullah said. “That’s why he gave him a last chance.”
“But he was very stubborn and refused our goodwill gesture to save his life,” Abdullah was cited as saying by Amir. Piotr said first we should release him. He will go back to his country, consult his family and read about Islam and only then decide about converting to Islam.
“This surprised everyone but we had to kill him because principles are principles - we gave him a chance and he lost it,” the guard told Amir. “But undoubtedly he was a brave man.” Über den ermordeten Polen  berichtet die Hindustan Times.

Genau das fand ich neulich in einem Hadith: Ein Gefährte des Mohammed sagte diesem, dass ihm ein Ungläubiger die Hand abgeschlagen habe. Als er ihn dann töten wollte, sagte dieser schnell, er sei Muslim. M. meinte, dann dürfe der Mann nicht mehr getötet werden auch wenn er es nur aus Angst gesagt habe. Und hier wollten sie den Gefangenen nicht ermorden, wenn er Muslim werden würde. Er wollte nicht heucheln - und darum musste er, so die Mörder, umgebracht werden. Ein wenig von der Größe dieses Mannes haben diese Grünfliegen gespürt. Ob sie ihr Leben ändern? (Nach den Erfahrungen der letzten Tage, in denen es um die Kommentare zu den ermordeten Christinnen ging, denken wahrscheinlich auch in unserem Land einige: Selbst dran Schuld, hätte er geheuchelt, würde er noch leben. Solche Leichtgewichte gibt es wohl überall.) 

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Genitalverstümmelung

Endlich - hoffentlich klappt es, das Gesetz durchzubringen, dass Verstümmeler noch nach 10 Jahren belangt werden können! Und wenn sie dann auch die Kontrollen verschärfen, das wäre sehr gut, - auch wenn sie Zuflucht anbieten denen, die vor einer solchen Verstümmelung flüchten, das wäre noch besser: http://www.n-tv.de/politik/meldungen/Koalition-will-durchgreifen-article390757.html Rhetorische Frage: Gilt das auch für Richter, die Beihilfe dazu leisten? Anders gesagt: Wenn ein wohl meinendes Gericht eine falsche Entscheidung getroffen haben sollte? Diese Frage kommt unvermittelt nach dem Urteil der letzten Tage: http://www.welt.de/politik/article3930369/Deutschen-Maedchen-droht-Beschneidung.html

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Iran

Die Verbrechen, die jetzt begangen werden, waren vorhersehbar nach diesem Vorlauf des Ahmadinejad - wenn die Nachrichten stimmen, die von den ersten Hinrichtungen Oppositioneller sprechen: http://www.southasianobserver.com/world_news.php?mid=21&cid=4363 (gefunden über pi). Der A. befriedet nicht sein Land, sondern spaltet es. Der A. befriedet nicht die Region, sondern spaltet sie. Der A. ist mächtig - er mischt alles auf und schert sich nicht darum. Und wenn alles wieder Friedhofsruhe ist, dann kommen die A.-Fans wieder aus ihren Löchern - und es geht wieder so friedlich zu. Der Ring in ihrer Nase, mit dem er seine harmlosen Fans durch die Gegend zerrt, den hat er gut getarnt.

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