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11.6.2009 von Wolfgang Fenske.
Fron-leichnam = Herren-leib - die römisch-katholische Kirche feiert seit dem 13. Jahrhundert dieses Fest, bei dem die Elemente des Abendmahls/der Eucharistie (Brot und Wein/Leib und Blut Jesu Christi) besonders große Bedeutung haben. Mit Beginn der Auseinandersetzungen um die Reformation bekamen die Prozessionen auch demonstrativen Charakter: Wahre Eucharistie gibt es nur in der römisch-katholischen Kirche. Diese Demonstration führte schon zu heftigsten Rangeleien. Ich weiß nicht, ob dieser abgrenzende Charakter noch irgendwo vorhanden ist. Man kann die Prozession auch mit dem Hebräerbrief als Beispiel für das wandernde Gottesvolk verstehen, das auf seinem irdischen Weg von Brot und Wein - dem Leib Christi - lebt. In München ist das Fest - mit seinen geschmückten Straßen - sehr beeindruckend. Freilich kenne ich das nicht nur als dieses geballte Zeichen römisch-katholischer Macht, sondern auch: kleine Häufchen von Glaubenden ziehen unter Lautsprecherlauten etwas verloren und unsicher durch die Gegend. Heute können Protestanten damit leben - man kann aber manchmal lesen, dass diese Züge von anderen gestört werden: Menschen, die nicht vertragen, dass andere ihren Glauben öffentlich bezeugen. Soweit ich sehe, bleiben Störer heutzutage unbehelligt. Das war leider nicht immer so.
Zu diesem Tag grüße ich meine römisch-katholischen Schwestern und Brüder: http://www.youtube.com/watch?v=wr1rAv_XOWk
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11.6.2009 von Wolfgang Fenske.
Neulich einen im Garten entdeckt: Den schmucken Goldlaufkäfer: http://www.kaeferatlas.de/~ka9/kaeferlexikon/lexikonseiten/lexgoldlaufk.htm - ein schönes Tier! Aber vorsicht!
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11.6.2009 von Wolfgang Fenske.
Mein Motto ist:
Nicht immer nur gegen was sein - sondern wissen, wofür man ist.
Nicht immer nur gegen etwas schimpfen - sondern für etwas Gutes eintreten.
Nicht nur ablehnen - sondern für Alternativen werben.
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11.6.2009 von Wolfgang Fenske.
In der Süddeutschen vermutet man, dass in einem Ort die SPD eine Wahlschlappe erlitten habe, weil der Kandidat Sohn türkischer Eltern sei: http://www.sueddeutsche.de/,ra13m1/bayern/243/471775/text/ Mein Vorschlag: Kandidaten mit beiden türkischen Elternteilen sollten von vorneherein 50% der Simmen zugerechnet bekommen, mit einem Elternteil 25% - das wäre doch ein Vorschlag zur Güte. Hätte zwar mit Gerechtigkeit usw. nichts mehr zu tun - aber dann wäre das ausländerfeindliche Volk mal so richtig erziehbar. Aber was ist, wenn Parteien nur Ausländer einsetzen, mit Blick auf mehr Stimmen? Hm.
Übrigens habe ich irgenwann mal im Blog geschrieben, dass man Entschädigung bekommen solle, weil man früher an den Schulen geschlagen worden ist - ich hatte das natürlich mit einem zwinkernden Auge gemacht. Aber es wird wohl zumindest in Ansätzen Realität: http://www.welt.de/politik/article3900536/Deutsche-Heimkinder-sollen-entschaedigt-werden.html Meine Frage ist: Warum nur geschlagene Heimkinder? - Und dann können sich gegenwärtige Schüler schon mal freuen, weil sie in 50 Jahren Entschädigung dafür bekommen, dass sie zur Schule gezwungen wurden. Ist doch was, oder? Wenn man in Berlin schon anfängt Gymnasium-Plätze zu verlosen (was sich für ein Wahnsinn hinter solchen Vorstellungen verbirgt, kann man gar nicht mehr zu Worte bringen), dann kommt das wohl auch noch auf uns zu. (Ich muss vielleicht noch erklärend sagen: Dass ich die Erziehungsmethoden und Umgangsmethoden auch scheußlich finde - nur waren es andere Zeiten, in denen es insgesamt rauher zuging.)
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11.6.2009 von Wolfgang Fenske.
In den von mir gesehenen Nachrichen wird nur die Information weitergegeben, dass Migranten weniger Arbeitsstellen finden als Deutsche. Von dem hohen prozentuellen Anteil an der Kriminalität, Bildungsabbrüche, - von der in diesem Kontext im Ausländerreport von Frau Böhmer auch gesprochen wird - hört man nichts. Ärgerlich ist, dass auch hier alle Ausländer in einem Topf zusammengeschüttet werden. Dabei weiß man doch, dass Ausländer nicht gleich Ausländer ist. Wer hört z.B. schon was über kriminelle Japaner oder Koreaner? Gefunden in Bild: http://www.bild.de/BILD/politik/2009/06/10/auslaenderkriminalitaet/neuer-bericht-von-staatsministerin-maria-boehmer.html
(Nachtrag: Genaueres s.: http://www.pi-news.net/2009/06/nicht-auslaender-moslems-sind-das-problem/#more-65792 - wobei das auch noch mal differenziert werden müsste.)
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11.6.2009 von Wolfgang Fenske.
Ich denke, als Christ ist man immer international orientiert. Rasse, Kultur spielt keine Rolle. Die eigene Nation spielt keine primäre Rolle, weil Gott der Gott aller Völker und Nationen ist, sich als solcher allen zuwendet, Menschen anruft, keiner steht über oder unter dem anderen - und sie bilden aus allen Menschen eine einzige Gemeinde, auch wenn es hier und da innerhalb der Kirche unterschiedliche Ausprägungen gibt.
Gleichzeitig kann man als Christ freilich nicht ganz die Nation aus den Augen verlieren, weil man in einem bestimmten Land lebt und mit für das Wohlergehen dieses Landes bzw. für die Bündnisse, in denen dieses Land steht, verantwortlich ist. Von daher kann das Handeln nie gegen Menschen gerichtet sein, sondern nur gegen unmenschliche Strukturen, gegen das, was an Unmenschlichem droht. Aber darüber muss gesprochen werden dürfen, weil ja nicht alle gleicher Meinung sind. Und wo das Gespräch, die Argumentation zugunsten eines “Basta” bzw. “darüber rede ich nicht - mit dir schon gar nicht” abgebrochen wird, wo verleumdet wird, wo Bestrebungen herrschen, andere Menschen ungerecht zu behandeln… - da muss gegen angegangen werden.
Das klingt so einfach. Doch im Detail liegt das Problem. Als Christ möchte ich zum Beispiel sagen: Ihr Menschen in der Welt, die ihr nichts zu essen habt: Kommt alle her. Als Mensch einer Nation muss ich sagen: Ihr könnt nicht alle kommen, weil dann auch unser starkes System zusammenbricht. Aber nicht nur das: Keiner kann Interesse daran haben, dass Menschen gezwungen werden, sich aus wirtschaftlichen und anderen Gründen zu entwurzeln. Und was für eine Alternative muss dann - auch als Christ, der seinen Verstand einsetzt - gefunden werden? Die Menschen müssen in ihrem jeweiligen Land gestärkt werden - auch mit Entwicklungshilfe, aber nicht nur. Was macht die EU? Sie schottet sich wirtschaftlich ab, dass andere, kleinere keine Chancen haben… Oder: Als Christ muss ich sagen: Gott liebt Muslime… Als Mensch einer Nation muss ich sagen: Er liebt sie, und ich gehe mit ihnen menschlich um - aber es geht um dieses Landes willen, in dem ich lebe, nicht, dass sich der Islam auch nur auf kleinstem Gebiet durchsetzt. Warum nicht? Um der Menschen willen. Nirgendwo auf der Erde ist erkennbar, dass der Islam politisch unserem Verständnis von Menschenrechten entspricht. Und auf islamische Träume von einem neuen Islam in Europa zu setzen, ist gefährlich - nicht weil ich einzelnen Muslimen nicht zutraue, dass sie wirklich so denken, sondern weil ihre Basisschriften das nicht hergeben und die Träumenden in der Minderheit bleiben - wohl auch in der von ihren Genossen bedrängten Minderheit bleiben.
In der Kürze mag das alles naiv klingen - ich habe Mut zu meiner Naivität. Vielleicht bieten diese Sätze dennoch Anregungen zum Weiterdenken.
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11.6.2009 von Wolfgang Fenske.
Ich bin nicht gegen die EU. Ich bin aber gegen einen Riesenstaat, in dem die Nationalstaaten kaum mehr etwas zu sagen haben. In so einem Riesenstaat müssen alle über einen Kamm geschert werden, es müssen auf lange Sicht gesehen, alle nach einer Pfeife tanzen - und das geht auf Dauer nicht ohne Zwang. Im Augenblick pfeifen sie alle mit unterschiedlichen Pfeifen, doch es muss was geben, was dieses Gebilde zusammenhält. Und dann sucht man sich etwas, das eine Einheit bilden kann. Die christliche Religion bildet die für manche ungeliebte Basis - kann es aber für so manchen mit Blick auf die islamisch-atheistische Zukunft nicht mehr sein. Unterschiedliche Rechtssysteme können einer gemeinsamen Basis angepasst werden - solange die Staaten eine gemeinsame Tradition hatten bzw. solange das westeuropäische System verlockend ist. Wirtschaftlicher Aufschwung scheint die gemeinsame Basis zu sein, wenn man sieht, wie sie alle kämpfen - aber sie greift als gesellschaftlicher Kitt zu kurz. Und darum haben die auch ziemliche Angst, dass es wirtschaftlich daneben gehen könnte. Demokratie gehört dazu - und darum wird, soweit ich sehe, auch kaum mehr diskutiert, was das eigentlich ist, Demokratie. Ist das Parteiensystem die einzige Möglichkeit? Aber ich denke, wenn man das ankratzt, dann kann es sein, dass alles zusammenbricht - und vermutlich schlimmer ist als die Wirtschaftskrise. Was könnte die Basis für Europa sein?
So ein Europa würde ich mögen: Ein Europa, das wichtige Dinge regelt, das sich für Menschenrechte einsetzt, auch für wirtschaftliche Einheit, aber sich um nationalen Kleinkram nicht kümmert. Ein Europa, das sich seiner kulturellen Wurzeln bewusst wird, sich darüber austauscht, voneinander lernt, Gutes abschaut, Übles fallen lässt. Ein Europa, das nicht - wie man Kraken nachsagt - überall seine Fangarme drin hat, sondern den nationalen Eigenheiten bewusst Raum lässt. Es muss doch nicht alles geregelt werden: die einen verkaufen dieses Bier, die anderen jenen Wein, die einen diese Gurken, die anderen jene Äpfel, die einen diese Glühbirnen, die anderen jene… Manche Dinge regeln sich allein schon über die Wirtschaft - und durch die Verbraucher. Was ich gut finde ist, dass die Grenzen offen sind, dass es Gruppen gibt, die sich um Einheit und Treffen bemühen (z.B. Städtepartnerschaften), die einheitliche Währung, dass Menschen von einen Staat in den anderen ziehen dürfen, dass man in Schulbüchern und Medien (hier normalerweise) nicht mehr übereinander herzieht und gegen einander Stimmung macht… - Freilich sind das nur Dinge, die oberflächlich besonders sichtbar werden.
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11.6.2009 von Wolfgang Fenske.
Am 23.4. wurde Silja Walter 90 Jahre alt. Wer ist Silja Walter? Sie ist eine Bendiktinerin, die als Schriftstllerin wirkt. Ich kenne sie von guten Gedichten. “Tagsüber halte ich Nachtwache / mit meiner verlöschten / Laterne / Aber das urzeitliche / Morgenrot / glimmt schon darin / Am Ende meiner endlosen / Nächte / geht mir die zeitlose / Sonne / In die gläserne Falle.” Zu Silja Walter siehe: http://www.siljawalter.ch/
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