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Archive für 2.2.2009

Lied zum Montag

Auch diese Arbeitswoche beginnt mit einem Lied: Ich verstehe kaum ein Wort - aber die Fröhlichkeit ist ansteckend … http://de.youtube.com/watch?v=Q4ZxSWzLd4E&feature=related

Wer gerne die Montagslieder (und auch die Lieder um Weihnachten und Neujahr) wieder hören möchte, klicke links in der Rubrik “Kategorie” auf Lied und alle tauchen auf. Ich wünsche eine gute Woche!

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Auch Marokko

Nicht nur die Türkei hält daran fest, die Oberhoheit über die nach Deutschland ausgewanderten Türken zu behalten. Auch Marokko tut das mit seinen Landsleuten: http://www.pi-news.net/2009/01/fuer-marokkaner-nur-islamische-namen/#more-40392 Auch hier: Integration ist von Seiten des Staates wohl unerwünscht.

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Rechtssysteme

Das ist ein großes Problem. Noch kommt es nicht so zu tragen: Aber was ist, wenn zwei Rechtssysteme aufeinanderprallen? Unser Rechtssystem unterscheidet sich in manchem von dem der Scharia. Das Menschenbild ist grundlegend anders. In unserem spielt das Individuum eine große Rolle. In dem des Islam wird der Mensch als Teil einer Gruppe angesehen. Bei uns hat das Individuum grundlegende Rechte - in der Scharia das Individuum, soweit es sich der Gruppe und deren Tradition unterordnet. Und davon hängt dann so manches konkrete Problem ab: Nicht die Frau als Individuum ist für die Scharia relevant, sondern die Frau in ihrer durch die Tradition (+ Koran + Hadithen) zugeteilte Rolle - ebenso nicht der Mann als Individuum, sondern der Mann in seiner Tradition (+ Koran + Hadithen). Dadurch dass die moslemische Welt sehr stark männerorientiert ist, wird nicht auf den ersten Blick deutlich, wie sehr auch der Mann als Individuum keine Rolle spielt. Da zählt das “Ehr-System”, diesem ist er unterworfen. Der weitere Teil des Menschenbildes: Es ist dem Allah-Bild unterzuordnen. Allah gibt Gesetze, die das Leben der Gruppe bis ins detailigste Detail (bis hin zur Richtung des Stuhlgangs) regelt - und das gilt auch für den Staat. Und wenn ein Individuum sich diesem entzieht, dann ist er zu maßregeln. Es ist eine Welt, die mit der Freiheit des Individuums nichts mehr zu tun hat - und vor allem auch: Staat + Religion fallen zusammen. Das heißt: Der Staat kontrolliert die Religion und die Religion den Staat. Dieses ganze System bedeutet, was die Schlagworte sagen: Ein Türke ist Moslem, sonst ist er kein Türke; ein Saudi ist Moslem, sonst ist er kein Saudi. Und wenn er kein Moslem ist - somit kein Türke und Saudi usw. - dann hat das Individuum nur eingeschränkte Rechte (in moderaten Staaten) bzw. gar keine Rechte (in Staaten wie Saudi Arabien, Iran usw.). Und von daher geht es auch den Moslems, die Christen werden, so schlecht, so sehr übel, wie die Beispiele auch aus dem moderaten Ägypten zeigen, die ich am 31.1. in den Blog gestellt habe: sie zählen nicht mehr. Sie haben es als Individuen gewagt, sich außerhalb der Gruppe zu stellen. Weil Staat = Religion können sie auch nicht mehr auf das staatliche Recht hoffen. Staat und Gruppe sind allesamt im Namen Allahs beleidigt - und es folgt der Schlachtruf: Allahu akbar - zur Selbststärkung der Gruppe gegen das sie angreifende Individuum. Und da die muslimische Religion immer über das Individuum zu stellen ist - vom grundlegenden koranischen usw. Ansatz her - kann der Moslem nur dann das Grundgesetz und dessen Geist anerkennen, wenn er sich von seiner Tradition gelöst hat. Und darum tun sich auch die Oberen so schwer damit, sich zum Grundgesetz zu bekennen. Es atmet einen grundlegend anderen Geist als Scharia und co. Beider Geisteshaltungen sind nicht in Übereinstimmung zu bringen. Diese Sicht hat massive Konsequenzen. 

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Türken

Wenn ich gegen Herrn E. aus der Türkei polemisiere, heißt das nicht, dass ich was gegen Türkinnen und Türken habe (übrigens ist ihm das wahrscheinlich auch ziemlich egal). Ich beobachte nur kritisch die Entwicklung in diesem Land, die mir von der AKP und ihrem Herrn E. gesehen nicht gerade Anlass dazu geben, sie fröhlich zu beurteilen. Denn die normale Bevölkerung wird sich von der hiesigen nicht unbedingt unterscheiden: Man will seinem Alltag möglichst friedlich nachgehen, seine Arbeit tun, seine Freuden haben. Hier wie dort gibt es Menschen, die anderen einen solchen Alltag nicht gönnen und ihn angreifen: verbal, mit Gewalt usw. Dumm ist nur, wenn sich ein Großteil der Bevölkerung mit der Politik der Regierung so identifiziert, dass sie kritische Anfragen gleich als Angriff gegen sich selbst ansieht. Diese Bevölkerung ist leicht zu manipulieren, leicht für die Parteiaktivitäten in Beschlag zu nehmen und als politische Manövriermasse zu gebrauchen. Aber ich denke, dass trotz der Verhaftungswellen in der Türkei noch genügend freie Menschen leben, die sich von der Regierung nicht knechten lassen. Und ich wünsche es der Bevölkerung, dass sie sich nicht als politische Manövriermasse einer Religiös-Ideologischen Partei zur Verfügung stellt. Vor nicht allzulanger Zeit herrschte ja eine Diktatur.

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