Beruhigung

Es ist schon gut – besser: zweckmäßig – eingerichtet: Kleinere Schmerzen sind die Trainer für Größere; wir müssen sie nur bewusster wahrnehmen und nicht gleich zu betäuben suchen. Wenn man beim Zahnarzt kleinere Dinge zu erwarten hat, dann kann man schon zu üben beginnen. Wenn wir Angst haben oder etwas befürchten, geht der Atem flacher. Wenn wir bewusst tief einatmen, ausatmen, dann hat der Körper schon einmal bessere Voraussetzungen, kleine Dinge gut zu überstehen. Wenn wir dann noch auf der Zahnarztliege mit den Augen einen Punkt fixieren, der für die Augen angenehm zu erreichen ist – und dann noch an etwas Schönes denken (an ein Gedicht vielleicht, einen Spaziergang über eine Sommerwiese), dann ist der Schmerz nicht mehr so stark. Und immer wieder, wenn wir merken: Atem wird flacher, Augen wandern weg, Gedanken wandern zum Schmerz – sich ruhig zurückholen: zum ruhigen Atmen, zum Schauen, zum Schönen.