Leiden

In der Biographie über Manfred Hausmann von Karlheinz Schauder wird aus Hausmanns „Zauberin von Buxtehude“ zitiert: „Ein Leid, das du verstehen kannst, ist kein wirkliches Leid. Das wirkliche Leid ist voller Geheimnis. Ich habe hier gesessen in meiner Mutterseelenverlassenheit und mich unsagbar vor dem gefürchtet, was mir bevorsteht. Und ich fürchte mich auch jetzt noch davor. Aber immer wieder habe ich zuunterst in dem Grauen einen Willen gespürt, der etwas mit mir vorhat. Das Leid, das mir auferlegt ist, mir und dir, soll etwas bedeuten. Nichts Verständliches, etwas viel Tieferes. Das Leid ist ja nicht dazu da, daß wir es verstehen, sondern daß wir es ertragen. … Von allem Unergründlichen auf der Welt ist das Leid das Allerunergründlichste. Aber in dieser Unergründlichkeit kommt Gott mir nahe.“ (S. 108)